Was ist Fogging und was sind die Ursachen?
Die sogenannten "SVOC" *(semivolatile organic compounds), also die schwerflüchtigen organi-schen Verbindungen, spielen beim Fogging-Phänomen die entscheidende Rolle.
*Weichmacher: Fogging entsteht, wenn u.A. Verbrennungsprozesse vorausgegangen sind (Kerzenlicht; Öllämpchen etc.) Daraus entstehen PAK´s (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und / oder Ruß (elementarer Kohlenstoff).
- Vorausgegangene Renovierungsarbeiten bzw. Neubau (Maler, Neue Fenster, Neues Laminat etc.)
- Zeitlicher Verlauf
- Heizphase (im Winter erfolgen weniger Raumlüftungen)
- Wohnungsnutzung (unsachgemäßer Umgang mit der Mietsache):
- Bauphysikalische Gegebenheiten (nicht gedämmtes Gebäude, Wärmebrücken, große Feuchtigkeit)
- Raumbedingungen (Möblierung, nicht funktionierende Luftwalze):
- Ruß- und Staubquellen (Back-, und Bratprozesse, Kerzen, Öllämpchen)
- Physikalische Erklärungsversuche*
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/bauprodukte/eu-recht-fuer-bauprodukte/eu-bauproduktenverordnung-sicherheit-geht-vor Umweltbundesamt: EU‑Bauproduktenverordnung – Sicherheit gehtvor
Fogging ist das Ergebnis der Ausgasungen der VOC´s (Weichmacher) aus Möbeln, Textilien, Laminat und Farben etc. die sich an die Feinstaubpartikel des Raumes anheften. Durch die Wirkungen der Thermophorese und dem Temperaturgradienten und der Adhäsion lagern sich diese Partikel an der kalten Außenwand ab. So entsteht Fogging:
Adhäsion
Adhäsion ((lateinisch adhaerere „anhaften“), auch Adhäsions-, oder Anhangskraft genannt),ist dieHaftkraft zwischen zweiverschiedenenStoffen, wie zum Beispiel
- einem Wassertropfen, der an einer Glasscheibe haftet oder
- Staub, der sich als Fogging an der Wand anlagert.
Sie entsteht durch zwischenmolekulare Kräfte an der Kontaktfläche und ist in vielen Bereichen wichtig, von der Physik über technische Anwendungen wie Klebstoffe bis hin zu biologischen Prozessen.
Temperaturgradient
Er beschreibt, wie stark und in welcher Richtung sich die Temperatur über eine bestimmte Strecke oder Distanz ändert. Er ist eine physikalische Vektorgröße, die das räumliche Temperaturgefälle angibt.Die SI-Einheit ist Kelvin pro Meter. Der Temperaturgradient ist das Kriterium für denWärmefluss durch Wärmeleitung. Wärme fließt immer in Richtung des stärksten Temperaturabfalls, also entgegen der Richtung des Temperaturgradienten. Je steiler der Gradient (d.h., je dichter die Isothermen beieinander liegen), desto schneller ändert sich die Temperatur auf kurzer Distanz. Er gibt die Richtung der größten Temperaturzunahme an.
Thermophorese
Thermophorese bezeichnet den Vorgang eines Stofftransportes als resultierende Kraft der unter-schiedlichen thermischen Bewegung von Luftmolekülen. An einer gegenüber der Raumtemperatur kälteren Wandfläche werden Luftpartikel, vergleichbar der Brownschen Molekularbewegung, von „wärmerer“ Luft, also von Molekülen mit größerer kinetischer Energie („Temperatur“) stärker in Rich-tung der kalten Wand bewegt als die Partikel von den Molekülen geringerer kinetischer Energie von dort fortbewegt werden. Die Resultante ist die Bewegung der Partikel gegen die kältere Wand. „Wärmebrücken“ erscheinen daher vordergründig als Auslöser des Foggings.
Feinstaub
Bundesumweltministerium: Richtiges Lüften und Heizen Der eingeschränkte Luftaustausch (mangelhafte Raumlüftung und besonders in Wintermonaten) führt in Verbindung mit vermehrt in die Innenraumluft abgegebenen schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOC) zum „Fogging“.
Sonstige klimatische und Witterungseinflüsse (Luftfeuchtigkeit, Elektrostatik der Luft)
Die Raumthermik (Warmluftbewegung/Luftwalze) spielt eine Rolle und elektrostatisch geladenen Oberflächen begünstigen den Effekt. Häufig verschwanden die dunklen Stellen im nächsten Sommer, um manchmal in der darauffolgenden Heizperiode erneut aufzutreten.
Die Analyse der Ablagerungen ergaben fast nie Hinweise auf vermehrte Verbrennungsrückstände (Ruß- und PAK-Analysen waren negativ). Stattdessen fand man vielfach höhersiedende organische Verbindungen, wie Weichmacher, langkettige Alkane, Alkohole und Carbonsäuren in den Ablage-rungen. Die für die Auslösung des Phänomens vermuteten Faktoren sind wahrscheinlich nicht spezifisch.
Die durch Renovierungen oder Errichtung der Wohnung eingebrachten Materialien werden auch sonst verwendet, gegenüber der Raumluft kühlere Außenwände sind i.d.R. vorhanden, damit existieren auch Wärmebrücken. Diese zeigen sich bei einer Foggingsituation deutlich dadurch, dass dort verstärkt Vergrauung durch erhöhte Staubanlagerung auftritt.
Auch Kerzenabbrand oder Zigarettenrauch sind üblich bei einer Wohnungsnutzung, führen in anderen Wohnungen jedoch nicht innerhalb kurzer Zeit zu sichtbaren Wandbeaufschlagungen. Das Vorliegen dieser einzelnen Faktoren ist somit nicht zwingend für das Entstehen des Fogging.
Unter Fogging versteht man das plötzliche Auftreten von dunklen, schmierigen Ablagerungen an Wänden, Decken, Möbeln und Einrichtungsgegenständen – häufig in der Heizperiode. Die Partikel lagern sich bevorzugt an kälteren Oberflächen, Wärmebrücken und in Bereichen mit Luftströmungen ab.
Nach der Darstellung der technischen und nutzungsbedingten Einflussfaktoren stellt sich die Frage, wie Fogging rechtlich einzuordnen ist und welche Pflichten sich daraus für Mieter und Vermieter ergeben.
Rechtliche Bewertung: BGH Urteil VIII ZR 271/07
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 28.05.2008 (Az. VIII ZR 271/07) entschieden, dass Schwarzstaubablagerungen („Fogging“) einen Mangel der Mietsache darstellen können, sofern der Mieter den Zustand nicht schuldhaft verursacht hat und sich innerhalb des vertragsgemäßen Ge-brauchs bewegt. In diesem Fall bleibt der Vermieter zur Beseitigung verpflichtet. Die Entscheidung des BGH zeigt, dass ohne eine fachlich fundierte Ursachenanalyse keine belastbare rechtliche Zuordnung möglich ist. Ein unabhängiges Sachverständigengutachten bildet daher die Grundlage für eine rechtssichere Bewertung und die Durchsetzung der jeweiligen Ansprüche. Unter folgendem Link finden Sie das maßgebliche Urteil des Bundesgerichtshofs (VIII ZR 223/04)* zur rechtlichen Einordnung von Fogging-Schäden. *Zu diesem Urteil ist kein direkter Link möglich: Geben Sie in Google BGH VIII ZR 223/04 ein, klicken Sie auf „Recht-sprechung BGH, 25.01.2006-VIII ZR 223/04, klicken Sie auf BGH und das Urteil öffnet sich
Warum ein Fogging - Gutachten sinnvoll ist?
Wie im vorstehenden Urteil dargestellt führen Foggingschäden häufig zu Diskussionen: Handelt es sich um einen Baumangel, um nutzerbedingtes Fehlverhalten oder um eine Kombination aus beidem? Wer trägt die Kosten der Sanierung – Mieter, Vermieter oder Versicherung?
Nur ein fachlich fundiertes Gutachten schafft Klarheit über:
- die Ursachen des Fogging-Schadens
- die Verantwortlichkeit (baulicher Mangel oder falscher Umgang mit der Mietsache)
- den Schadensumfang und die Wertminderung
- die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen
Ein Gutachten ist eine gutachterliche und objektiv belegte Tatsache, die die Grundlage für eine sachliche Klärung gegenüber dem Vermieter, Mieter der Versicherung oder vor einem ordentlichen Gericht.
Ablauf eines Fogging-Gutachtens
1. Vorbereitung und Unterlagen
- Fragebogen aus füllen durch Mieter, Vermieter, Geschädigte
- Listenerstellung aller im Haushalt verwendeten Raumreinigungs-, und Körperpflegemittel
- Bauunterlagenbeschaffung (Grundrisse, Dämmungsangaben, Baujahr, etc.)
- Kaufunterlagen für Möbel, Textilien, Baustoffe der letzten Jahre (Rechnungen)
2. Vor-Ort-Analyse
- Sichtprüfung aller betroffenen Räume; Fotodokumentation als Beweissicherung
- Thermografie der Befallstellen und Wärmebrücken
- Bewertung der Verteilung und Intensität der Ablagerungen
- Identifikation möglicher bauphysikalischer Einflussfaktoren
3. Technische Messungen
- Temperatur- und Feuchteprofile
- Oberflächen- und Raumluftanalysen
- Feuchtigkeitstiefenmessungen mittels Thermografie
- Untersuchung von VOC-Quellen (z.B. Farben, Möbel, Weichmacher)
4. Laboruntersuchungen
- Probenahmen des Befalls als Staub- und Wischproben für Partikelanalysen
- chemische Zusammensetzung der Ablagerungen durch autorisiertes Fachlabor
- Abgleich mit typischen Fogging-Mustern
5. Gutachtenerstellung
Für die Gutachtenerstellung werden alle erhobenen Daten zusammengeführt und fachlich bewertet:
- Klare und plausible Darstellung der Schäden
- Verständliche Erläuterungen der Ursachen des Befalls
- Auswertung der Laborergebnisse und Thermografiemessungen
- Raumklimaberechnungen
- Wärmedurchgangsberechnungen für Außenmauerwerk
- Darstellung der Schadenshistorie
- Auswertung des Fragebogens / Objektprotokolls
- Bewertung des Schadensumfangs
- Realistische Empfehlungen zur Sanierung und Vorbeugung
- Dokumentation für Versicherung oder Rechtsstreit durch Beweiswürdigungen
- Hinweise zur Sanierung, Fragen Sie uns jetzt: info@fogginggutachten.de
Typische Auslöser von Fogging-Schäden
Bauphysikalische Faktoren
- Wärmebrücken
- unzureichende Luftzirkulation
- Temperaturwechsel in der Heizperiode
- unterlassene Instandhaltung
Chemische Quellen
- Weichmacher aus Möbeln, Laminat, PVC und Textilien
- bestimmte Farben, Lacke, Reinigungsmittel
- Duftöle, Kerzen, Raumdüfte, Körper- und Raumpflegemittel
Nutzerverhalten
- seltenes Lüften
- intensive Nutzung von Duftstoffen
- starke Staubentwicklung
- unsachgemäßer Umgang mit der Mietsache
Folgen unbehandelter Fogging-Schäden
- optische Beeinträchtigung der Wohnräume
- Wertminderung der Immobilie
- mögliche Rechtsstreitigkeiten mit Mietern oder Versicherern
- erneutes Auftreten, wenn die Ursache nicht beseitigt wird
Was kann ein Fogging-Gutachten für Sie leisten?
- Klare Rechtssicherheit im Streitfall mit Mietern, Vermietern, Hausverwaltungen
- Transparenz über Ursache / klärt rechtssicher Verursacher und Verantwortlichkeit
- Planungssicherheit für Sanierungsmaßnahmen
- Kostenkontrolle durch klare Empfehlungen
- Dokumentation für Versicherung, Vermieter oder Eigentümergemeinschaft